Die Rumbacher Salztrippler



Hübsch sind sie doch anzusehen,
Trachtenmann und Trachtenfrau,
handgemacht in vielen Stunden,
steh'n sie fertig für die Schau

Wie ihr Leben einst gewesen?
Keiner weiß es ganz genau,
doch ich will es heut‘ erzählen
spiele für Euch mal die Frau:

“Morgen früh geh'n wir hinüber,
machen uns ins Elsass auf,
bringen ihnen Holz und Beeren,
hoffen auf 'nen guten Tausch

Unser Salz ist fast zu Ende,
Winter steht schon vor der Tür
und dann wird der Weg so schwierig,
länger warten? nicht mit mir

Außer Salz brauch ich noch manches,
lade nicht zu wenig auf
und auf dein und meinen Rücken
geht schon noch ein Bündel drauf

Keine Angst daß du mußt hungern,
Brot hab' ich im Ofen schon,
dazu gibt es Ei und Apfel,
nehm' auch mit den Krug aus Ton

Trinken können wir im Walde,
der Bach fließt immer nebenher
und ein Schluck vom frischen Wasser
erfrischt und stärkt uns sicher sehr

Ist die Reise auch beschwerlich,
einmal im Jahr muß sie schon sein,
uns're Ziegen, uns're Hühner
versorgt derweil der Vater dein

Denk bloß nicht ich bleib zu hause,
darauf laß ich mich nicht ein,
ich zieh'morgen mit den andern
und mit dir ins Städtchen ein

Ist das Holz erst eingetauschet,
und das Salz gut aufbewahrt
will durch Weißenburg ich noch gehen,
muß die Geschäfte mir besehen

Schau den Korb hier voller Eier,
die tausch ich für Süßes ein,
nehm'es mit in unser Dörfchen,
wirst seh'n wie sich die Kinder freu'n

Wär der Weg nur halb so schwierig
dürften Kurt und Heinzchen mit,
weißt sie quälen mich schon lange,
doch sie halten noch nicht Schritt

Was würden sie für Augen machen,
könnten sie die Stadt mal seh'n
mit den vielen hohen Dächern
und der Kirche, die so schön

Zwei Jahre werden wir noch warten,
dann nehmen wir sie erstmals mit,
zeigen ihnen wie man tauschet
und wie man macht 'nen guten Schnitt"