Spottnamen

“Wie die Rumbacher zu ihrem Namen kamen …”

Seit Alters her haben die Bewohner der Wasgaudörfer einen mehr oder minder schmeichelhaften Uznamen (Spitzname). Die Rumbacher nannte man “Äächkatze” (Eichhörnchen), “Dickköpp” (Dickkopf), “Holzböck”, “Eichhasen” (Eichhörnchen), “Salzdippler” oder “Salztrippler”. Heute erinnert man sich nur noch an den Namen “Salztrippler” .

Es gibt weder schriftlichen Überlieferungen, woher diese Namen kommen sollen, noch welchen Hintergrund sie haben oder wann sie entstanden ist. Sie beruhen auf rein mündlicher Überlieferung. Bekannt ist, dass die Bewohner fleißig und sparsam, aber auch dickköpfig waren. Ebenso weiß jeder, dass sich Geschichten, über viele Jahrzehnte weitergegeben, verändern und dabei eventuell auch geschönt werden.

Als jedenfalls nach 1750 die Kartoffel in der Pfalz ihren Einzug hielt, war sie, bestreut mit dem damals noch kostbaren Salz, Hauptnahrungsmittel. ´Dippel´ sind ´Tupfen´, es bedeutet aber auch ´streuen´. Man ´dippelte´ das Salz auf die Kartoffel? Ein Hinweis auf Sparsamkeit oder Geiz? Dippeln bedeutet aber auch ‚kurze (schnelle) Schritte machen‘, oder etwas mit den Füßen zu zerkleinern. Eichhörnchen flitzen bekanntermaßen hin und her und sammeln dabei Vorräte und verstecken sie. Die Ähnlichkeit ist naheliegend.

Erzählt wird inzwischen nur noch die „nette“ Variante, die sich in den letzten Jahren rasend verbreitet hat:

In alten Zeiten mussten die Rumbacher ihr Salz im 20 km entfernten Weissenburg kaufen, das bereits seit dem Mittelalter eine größere Handelsstadt war und dessen Salzhaus bis heute erhalten ist. Auf dem Weissenburger Markt sollen die Rumbacher ihr reichlich vorhandenes Kienholz ver- und Salz eingekauft. Die Bauern trugen im Alltag Holzschuhe. Schuhe aus Leder wurden nur zum Kirchgang und zu Festlichkeiten getragen. Wahrscheinlich hat man diese Holzschuhe getragen als man mit Wagen, Kienholz und Eimern beladen durch das Lautertal nach Weißenburg gewandert ist. Heute, mit dem Auto, ist man in 20 Minuten dort. Damals war der Weg sehr viel beschwerlicher, da bis 1850 keine ausgebaute Straße nach Rumbach führte. Das Klappern der Holzschuhe und der “Trippelschritt” beim Heimtragen des Salzes soll den Rumbachern ihren Spitznamen eingetragen haben.

Salz benötigte man zum Würzen und zum Konservieren. Man geht für das ausgehende Mittelalter von einem jährlichen Salzverbrauch von etwa zehn Kilogramm pro Person aus, bei einem tägliche Verbrauch von nur 20 g. So waren etwa zum Einlegen eines Schweines pro Kilogramm Fleisch mindestens 100 Gramm Salz erforderlich, für Fisch benötigte man bis zu einem Drittel der gesamten zu konservierenden Menge.

Nun gab es schon immer Händler, die ihre Waren in die Dörfern getragen haben. Wie das Salz in unsere Dörfer kam, konnte noch nicht geklärt werden, ebenso wenig ob überhaupt oder wann die Rumbacher nach Weißenburg zum Markt gegangen sein sollen, da sie dorthin mehrere „fremde Gebiete“ überqueren und somit Zoll bezahlen mussten. Zudem konnte man auf den Wegen das Trippeln der Holzschuhe gar nicht hören, da kein Weg befestigt war.

Es wird vorerst noch ein Geheimnis bleiben, wie die Rumbacher zu ihrem Spottnamen kamen.